Das RAL DESIGN System

Das RAL DESIGN System wurde hauptsächlich für die anspruchsvolle dekorative Farbgestaltung entwickelt. So ist es etwa für Architekten, Designer oder Werbeagenturen das Farbsystem ihrer Wahl – nicht nur in Deutschland, sondern auch international. Mit seinen 1625 systematisch geordneten, farbmetrisch definierten Farbtönen gilt das RAL DESIGN System als perfektes Instrument für individuelle Farbgestaltungen und hat seit seiner Markteinführung 1993 schnell "Liebhaber" gefunden. Kreative Farbgestaltungen verlangen nach einer Vielzahl von Farbnuancen – RAL DESIGN System erfüllt dies mit höchster Präzision.

2007 wurde das RAL DESIGN System überarbeitet und enthält jetzt 26 neue Pastell-Farbtöne, um der gestiegenen Bedeutung dieses Bereiches Rechnung zu tragen. Demgegenüber wurde bei den dunklen, wenig gesättigten und weniger gebräuchlichen Farbbereichen eine Straffung vorgenommen.

RAL-Design-System Farbatlas
RAL-Farbfinder

Die Farbmuster des RAL DESIGN Systems werden z. B. als Fächerbox und in Form eines Doppelfächers angeboten.

Der systematische Aufbau

Der Aufbau des RAL DESIGN Systems ist nicht willkürlich, sondern folgt dem 1976 von der CIE (Commission International d'Eclairage) festgelegten international verwendeten Lab-Farbmaßsystem. Die Farbabstände der einzelnen Farben sind durch die CIELAB-Farbabstandsformel definiert, die auch als DIN-Norm in der DIN 6174 verankert ist. Hierin unterscheidet sich das System von Wettbewerbern. Im RAL DESIGN System sind die Farben nicht nur nach Buntton, Helligkeit und Buntheit systematisch geordnet, sondern aufgrund der CIELAB-Definition auch absolut berechenbar.

Die Abbildung 1 zeigt den räumlichen Aufbau des RAL DESIGN Systems. In diesem sind die Bunttöne in der Abfolge der Spektralfarben im Kreis angeordnet. Die verschiedenen Helligkeiten, die bei einem Buntton möglich sind, sind in senkrechten Ebenen angeordnet. Abbildung 2 zeigt eine dieser Ebenen. Durch deren Zentrum verläuft die Unbuntachse (Abb. 3), die zugleich den Maßstab für die Helligkeit bildet.
In den Abbildungen 2 und 3 wird der Begriff Buntheit deutlich. Die Buntheit einer Farbe ist die Intensität ihrer Farbigkeit, sie nimmt von der zentralen Unbuntachse nach außen hin zu, ihr Wert auf der Achse ist gleich Null
.

 

Abb. 1: Farbkörper des RAL DESIGN Systems
Abb. 2: Farben mit Helligkeit 50
Abb. 3: Farbkörperausschnitt mit Unbuntachse

 

Hohe Übersichtlichkeit

Ein großer Vorteil des RAL DESIGN Systems gegenüber vergleichbaren Systemen ist, trotz der 1625 Farben, das hohe Maß an Übersichtlichkeit und Intuitivität.

Ein Farbname (z. B. RAL 010 40 25, siehe Abb.) ist aufgrund seines Namens leicht auffindbar innerhalb des räumlichen CIELAB-Farbmodells. Der erste Teil des Farbnamens gibt den Winkel im Farbkreis an, der zweite die Helligkeit, der dritte die Sättigung (Kräftigkeit).

Was dagegen bedeuten die Nummern und Bezeichnungen vieler anderer Systeme? Auch der gleichbleibende Abstand der einzelnen Farbmuster von delta E = 5 ist höchst intuitiv und übersichtlich.

Nicht nur die im Atlas dargestellten Farbtöne sind lieferbar, sondern auch jegliche Zwischenfarben. Man braucht nur die gewünschten Koordinaten (Zwischenwerte) anzugeben.

 

Höchste Exaktheit

Die RAL DESIGN System Farben sind durch die farbmetrischen Koordinaten HLC (Umrechnung der kartesischen CIELAB-Koordinaten L*a*b* in die Polarkoordinaten HLC) festgelegt. So ist eine Farbe jederzeit, überall auf der Welt und auch ohne Farbvorlage eindeutig beschrieben. Die Einhaltung engster Qualitätsmaßstäbe wird vom RAL fortlaufend überwacht.

Hierbei muss beachtet werden, dass die bei der Einmessung geltenden Bedingungen auch für Vergleichsfarben gelten müssen. Mit anderen Worten: CIELAB-Farbwerte sind nicht immer die gleichen, sondern schwanken je nach verwendetem Messgerät. RAL hat sich im Sinne maximaler Qualitätsanforderungen für die folgenden Messbedingungen entschieden.

Messbedingungen des RAL DESIGN Systems
Messanlage Datacolor SF 600X
Normlicht D65 (6500 °K)
Messgeometrie = d / 8°
10° Normalbeobachter nach CIE 1964

 

Beste Eignung als Computer-Farbsystem

Unter der Überschrift "Farbmanagement" setzt sich das CIELAB-Farbmodell im Computerbereich zur Zeit stark durch. CIELAB-Koordinaten beschreiben das Aussehen einer Farbe eindeutig. Sie sind, anders als z. B. RGB-Farbwerte, geräteunabhängig. So wird ein RGB-Farbwert auf verschiedenen Geräten unterschiedlich wiedergegeben (sRGB, Apple RGB, Adobe RGB,...), bei Lab-Werten und aktiviertem Farbmanagement sollte dies nicht der Fall sein. Heute unterstützen das Macintosh- und Windows-Betriebssystem, Adobe Photoshop, Corel Graphics Suite und zahlreiche andere Programme die CIELAB-Definition von Farbe.

 


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